Masthead header

Querformat: Raum für Ideen

People-Photographie: im Querformat erzählt

Als ich Photographie studierte, dachten viele Fotografen im Querformat ihre Bilder. Das hatte einen einfachen und praktischen Grund. Damals wurden noch sehr viele Fotostrecken für Magazine erstellt. Und eine Doppelseite ist querformatig. Da die Magazine zunehmend an Bedeutung verlieren, sieht man immer weniger Querformate. Ich hörte sogar schon den Ausspruch: “das häßliche Querformat”. Diese Aussage kann ich für mich nicht bestätigen. Ich bin der Meinung, dass das Querformat auch in der People-Fotografie durchaus seine Berechtigung hat. Ob man nun eine Geste abbilden möchte oder mit einem Bild eine Geschichte erzählen möchte – das Querformat bietet sich sehr oft an. Es gibt dem Portrait Raum und dem Fotografen Raum für Gegenstände oder mehrere Personen. Abgesehen davon, ist es auch noch ein Vorteil, dass die gezeigte Person Platz zum “Atmen” hat. Ich sehe oft sehr eng geschnittene, hochformatige Bilder, die den gezeigten Menschen beengen. Das kann von Zeit zu Zeit sinnvoll sein, aber es ist genauso sinnvoll, das Gegenteil zu tun. Der Mensch füllt den Raum. Bei einem querformatigen Bild wird der Raum gezeigt, wenn es sich nicht gerade um ein Close-up handelt.

Mich fasziniert der Schnitt eines Bildes, wobei in diesem Fall die Ausrichtung keine besondere Rolle spielt. Das Spiel mit Weite und Nähe macht immer einen besonderen Reiz aus. Ist der Photograph ganz nah heran gegangen und hat er das Bild überlebensgross gezeigt, dann ergibt sich ein Eindruck, den man so im realen Leben gar nicht haben kann. Es ist nur möglich alles im Massstab eins zu eins zu sehen. Wenn der Abbildungsmassstab darüber hinaus geht, schaut man etwas besonderes an. Umgekehrt gesehen, wirkt der Raum auf die gezeigte Person, er kann drücken, befreien, eine Geschichte erzählen. Alles in allem sind diese Dinge in beiden Formaten möglich. Ziel sollte immer ein spannendes Bild sein und dabei spielt letztlich die Ausrichtung keine Rolle.