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Produktfotografie: Glas

Ein ganz besonderes Thema in der Produktfotografie: Glas

Als Produktfotograf habe ich mich schon sehr oft mit dem Thema Glas auseinandergesetzt. Glas ist ein ganz besonderer Werkstoff. Transparent, spiegelnd und zerbrechlich. Mit Glas verbinden die meisten Menschen auch die Dinge, die sie täglich nutzen, wie Wassergläser, Weingläser, vielleicht auch Brillengläser. In der Fotografie wird Glas sehr häufig verwendet, weil es eine sehr verblüffende Eigenschaft hat. Wenn man eine Glasplatte im richtigen Licht und im richtigen Winkel fotografiert, wird es auf dem Foto unsichtbar. Erst Reflexe, ungleichmäßiges Licht oder auch Akzente machen das Material Glas auf einem Foto sichtbar. Wie fotografiert man etwas, das das Licht hindurchlässt und unter den falschen Bedingungen vollkommen unsichtbar wird? Ich habe verschiedene Herangehensweisen entwickelt, die ich Ihnen in der nächsten Zeit nach und nach vorstellen möchte. Hier nun der erste Beitrag zum Thema Glas. Ich erzähle Ihnen nun, wie es zu diesem Bild gekommen ist.

Spiegelndes auf spiegelndem Hintergrund

Da Glas spiegelt, mag es naheliegend zu sein, einen nicht reflektierenden Untergrund für ein Glas – Produktfoto zu verwenden, um die Spiegelungen auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Da es der naheliegenste Gedanke war, habe ich ihn sofort verworfen. Ich wählte für mein erstes Glas Bild dieser Reihe eine spiegelnde Acrylglas-Fläche. Siegelung auf Spiegelung, diesen Gedanken fand ich spannend. Ich habe eine Anzahl einfacher Weingläser auf dem Untergrund positioniert und durch Schieben, legen und wieder verschieben einen Ausschnitt gewählt, den ich spannend fand. Stehende Gläser neben liegenden Gläsern, eine Reihung in die Tiefe und die dabei entstehenden Spiegelungen, die den Eindruck verdoppeln lassen sich optisch nicht leicht beherrschen. Ich habe eine Weile gebraucht, um ein Bild zu erzeugen, welches mich zufriedenstellte. Als ich die Komposition fertiggestellt hatte, ging es darum , den Aufbau zu beleuchten. Um die Reflektionen im Untergrund etwas zu reduzieren, habe ich den ganzen Aufbau von unten beleuchtet. Dazu habe ich einen 75 cm grossen Reflektor unter der Acrylglasplatte positioniert. Die zweite Lichtquelle habe ich hinter dem Aufbau plaziert, um die Transparenz des Materials zu unterstützen. Als ich mir das erste so beleuchtete Bild ansah, ist mir aufgefallen, dass die Gläser zu flach waren. So setzte ich zusätzlich einen Blitzkopf mit einem Striplight in den Vordergrund. Dieser setzt beinahe weisse Reflexe in die Glasoberflächen. So beleuchtet kam der ganze Aufbau meinen Vorstellungen schon recht nah.

Als Kamera wählte ich meine PhasOne mit einem 60 Megapixel Datenrückteil und ein Schneider Kreuznach 120 mm Mf TS Objektiv. Mit dem Objektiv ist es möglich, die Schärfeebene im Bild genau zu bestimmen und gegebenenfalls zu verändern. Hier nun das fertige Bild:

 

Ein Glas Produktfoto aus meinem Photostudio in Remscheid.